Biogas

Regelungen für Altanlage gesucht


Die Agrarminister von Bund und Ländern machen sich für eine weitere Nutzung von Biomasse zur Stromerzeugung stark. Bioenergie könne Strom flexibel und bedarfsgerecht produzieren. Dem Bund empfehlen die Minister, bei der bevorstehenden Novellierung des EEG die Stromerzeugung aus Rest- und Abfallstoffen stärker als bisher zu intensivieren. Notwendig sei zudem eine Anschlussregelung für besonders effiziente und systemdienliche Bestandsanlagen, die zum Beispiel Regelenergie erzeugen. Kleine Gülleanlagen mit einer Leistung von 75 kW, sollten wie bisher gefördert werden.

Potenzial für bedarfsgerechte Stromerzeugung

Für bestehende Biomasseanlagen zur Stromerzeugung, deren Förderung in den kommenden Jahren ausläuft, müsse im EEG 2016 eine Anschlussregelung verankert werden. Dazu müsse ein Marktdesign entwickelt werden, das der Erhaltung des Bestandes dient und den Ausbau im Rahmen des im EEG 2014 vorgesehenen Ausbaukorridors von 100 MW wirtschaftlich möglich macht. Die Minister betonen, dass die bestehenden Biogaserzeugungsanlagen ein beträchtliches Potenzial zur bedarfsgerechten Erzeugung von Strom darstellen. Die nachträgliche Flexibilisierung bestehender Biogaserzeugungsanlagen müsse wirkungsvoller als bisher unterstützt werden. Ausbaupfad, Bagatellgrenzen und Größenklassen müssen sich zukünftig nicht an der installierten Leistung, sondern an der Bemessungsleistung - also an der jährlich erzeugten Strommenge – orientieren. Dies gelte insbesondere für die Definition von Güllekleinanlagen.

Wichtiges Signal an Biogasbranche

Der Fachverband Biogas begrüßt die Initiative der Agrarminister der Länder. „Die gut 8.000 Biogasanlagen in Deutschland spielen eine wichtige Rolle innerhalb des landwirtschaftlichen Produktionsprozesses“, betont der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. Nach der „Vollbremsung durch das EEG 2014“ sei es dringend geboten, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um den bestehenden Biogasanlagen eine Perspektive zu bieten und einen moderaten Zubau neuer Biogasanlagen auf der Basis von Reststoffen, Nebenprodukten und alternativen Energiepflanzen zu ermöglichen. Die Einigung der Agrarminister zur Unterstützung der Biogasnutzung sei ein wichtiges Signal für die Branche. (SB)
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