Gentechnik-Debatte

Rehberger droht mit Hungerstreik

Mit Demonstrationen protestierte das Forum bereits gegen die pauschale Ablehnung der grünen Gentechnik.
-- , Foto: FGV
Mit Demonstrationen protestierte das Forum bereits gegen die pauschale Ablehnung der grünen Gentechnik.

In einem offenen Brief an den Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm kritisiert der Vorsitzende des Forums Grüne Vernunft, Horst Rehberger, dass sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einem Dialog zum Thema Grüne Gentechnik verweigert. Seit Jahren bemühe sich das Forum um einen Dialog mit der Leitung der EKD zur Grünen Gentechnik. Rehberger wirft der Kirchenleitung vor, die Grüne Gentechnik „mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln“ zu bekämpfen, obwohl beispielsweise mit dem Goldenen Reis Leben und Gesundheit von Millionen Kindern in Asien und Afrika gerettet werden könnten.

Offener Brief Bedford-Strohm.pdf

Offener Brief von Rehberger an Bedford-Strohm

123 Nobelpreisträger haben in einer gemeinsamen Erklärung die Blockade der Grünen Gentechnik als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gebrandmarkt, „also als Massenmord“ so Rehberger. Nachdem Bedford-Strohm auf dem diesjährigen evangelischen Kirchentag verkündet hatte, „dass sich die EKD immer wieder lautstark in gesellschaftliche Debatten einbringen und das Gespräch auch mit denen führen will, die Dialog ablehnen“, habe Rehberger ihn zu einem öffentlichen Dialog eingeladen. Doch Bedford-Strohm habe jeden Dialog verweigert. „Dafür habe er leider keine Zeit“, ließ er Rehberger zwei Monate nach Erhalt der Einladung auf Rückfrage mitteilen.

Jetzt ist der Geduldsfaden bei Rehberger gerissen. In seinem Offenen Brief setzt Rehberger dem EKD-Ratsvorsitzenden eine letzte Frist für die Nennung eines Dialog-Termins. Sollte Bedford-Strohm dies wieder ablehnen, will Rehberger ab dem 19. September vor der EKD-Zentrale in Hannover einen unbefristeten Hungerstreik beginnen. „Im Interesse von Millionen Kindern, die ohne Gentechnik zum Tode verurteilt sind“, so der FGV-Vorsitzende.

Die Pressestelle der EKD-Zentrale in Hannover wollte den offenen Brief auf Anfrage der agrarzeitung (az) nicht kommentieren, kündigte aber für den heutigen Freitag eine Stellungnahme an. (SB)
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