„Der Verlust an biologischer Vielfalt ist neben dem Klimawandel eine unserer zentralen Herausforderungen“, sagte Umweltminister Johannes Remmel bei der Vorstellung des Entwurfs der Biodiversitätsstrategie. Mit konkreten Maßnahmen soll in NRW ein ambitionierter Artenschutz und Schutz wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen für das nächste Jahrzehnt festgelegt werden.

Nach der letzten Erhebung zur „Roten Liste der gefährdeten Arten in NRW“ seien mittlerweile knapp 45 Prozent der heimischen Tiere, Pilze und Pflanzen gefährdet, heißt es in einem Bericht des Ministeriums.

Der Naturschutz-Etat des Bundeslandes wurde für diese Vorhaben von 18 auf 36 Mio. € verdoppelt. Insgesamt werden in dieser Strategie rund 150 Maßnahmen beschrieben. Dazu gehört unter anderem die Reduzierung des täglichen Flächenverbrauchs bis zum Jahr 2020 auf fünf Hektar und langfristig auf null Hektar.

Als agrarrelevante Maßnahmen gilt die Novellierung des Landschaftsgesetzes hin zu einem Landesnaturschutzgesetz und die Erhöhung von sogenannten Wildniswäldern auf etwa fünf Prozent der Gesamtwaldfläche. Buchenwälder, wie sie in der Region üblich sind, sollen von heute 16 auf mindestens 20 Prozent der Waldfläche ansteigen.

NRW will neben dem Nationalpark Eifel einen zweiten Nationalpark ausweisen und die ökologische Entwicklung von Gewässern und Auen vorantreiben. Heidegebiete, Magerrasen und Moore sollen wieder hergestellt werden.

Auf der Agenda steht zudem der Schutz des Grünlandes einschließlich der Wiederherstellung von naturnahen Strukturen in der Agrarlandschaft. (hed)
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