Bundeskartellamt

Rewe darf Coop im Norden übernehmen

Das Bundeskartellamt hat heute die Übernahme des norddeutschen Lebensmitteleinzelhändlers Coop, Kiel, durch die Rewe Markt, Köln, unter Auflagen freigegeben. Dabei handelt es sich um 200 Coop-Filialen unter der Marke „Sky“ in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg mit einem Umsatzvolumen von rund 1,2 Mrd. €.

Rewe ist mit 36 Mrd. € Umsatz und 6.000 Märkten der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland. Rewe plant mindestens 55 Prozent an den Supermärkten Nord Vertriebs GmbH & Co. KG i.G., Kiel zu erwerben, in die die Standorte der Coop eingebracht werden.

In einigen Regionen hätte eine komplette Übernahme der Märkte zu einer Behinderung des Wettbewerbes geführt, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt. Rewe und Coop hätten deshalb bereits während des laufenden Verfahrens elf Filialen an die mittelständische Bartels Langness-Gruppe verkauft.

Auf den Beschaffungsmärkten kommes es nach Auffassung des Bundeskartellamtes durch die Übernahme von Coop durch Rewe nicht zu einer erheblichen Behinderung Wettbewerbs. Rewe und Coop seien bereits seit fast zehn Jahren in einer Einkaufskooperation verbunden, über die Coop 65 bis 70 Prozent seiner Waren beschafft. Insoweit sei Coop auf der Beschaffungsseite schon in der Vergangenheit nicht als unabhängiger Wettbewerber von Rewe zu sehen gewesen, der eine echte Ausweichalternative für die Lieferanten dargestellt hätte, meint das Bundeskartellamt. (SB)
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