EU-Entsenderichtlinie

Riegel gegen Dumpinglöhne

Grund für das Ärgernis sind Anbieter von Dienstleistungen auf dem Bau oder in Schlachthöfen, die ihre Wettbewerber unterbieten können. Sie zahlen den entsendeten Arbeitern aus Bulgarien oder Rumänien weniger als vor Ort üblich. Die EU-Kommission will deshalb Lücken in der EU-Entsenderichtlinie seit langem stoppen.


Der Arbeits- und Sozialausschuss des Europaparlaments hat sich jetzt dafür ausgesprochen, dass entsendete Arbeiter nicht nur der Mindestlohn gewährt werden muss. Auch bei Zuschlägen etwa für Nachtarbeit oder Schwerarbeit sollen die entsendeten Arbeiter den heimischen Arbeitern gleich gestellt werden. Nach zwei Jahren müssten alle Regeln des nationalen Arbeitsrechts auf die osteuropäischen Arbeitskolonnen angewendet werden. Nach der Abstimmung im EP-Ausschuss stehen die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten an. Der französische Präsident Emmanuel Macron drängt auf gleiche soziale Standards für alle Arbeiter an einem Ort. Dagegen fürchten osteuropäische EU-Mitgliedstaaten, dass ihre Anbieter von Dienstleistungen zukünftig vom Markt verdrängt werden. (Mö)
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