Hessen

Rinderherpes ausgerottet


Das Land hat kürzlich den Antrag auf Anerkennung als BHV1-freie Region an die EU-Kommission übersandt. Mit der Anerkennung wird bis Endes des Jahres gerechnet. Denn der Status „BHV1-frei" bietet zum einen den bestmöglichen Schutz der hessischen Rinderbestände vor Neuinfektionen mit BHV1, zum anderen erleichtert er den Transport von Rindern und beseitigt damit Handelshemmnisse, teilt das Agrarministerium in Wiesbaden mit.

Die Beseitigung des BHV1 ist schwierig und dauert lange. Seit dem 1. Januar 2015 war eine Einstallung von Rindern aus nicht BHV1-freien Betrieben verboten und auch eine Impfung gegen das Virus war nicht mehr erlaubt. Rinder aus noch nicht BHV1-freien Betrieben durften zudem nur im Stall gehalten werden. Bis zum 30. Juni 2015 mussten die Tierhalter alle „Reagenten" aus den Betrieben entfernen - also jene infizierten Tiere, die zwar wieder genesen, aber ein Leben lang Virusträger bleiben.

Freie Bestände
Ein mit BHV1 infiziertes Tier bleibt lebenslang Virusträger. Diese Tiere erscheinen gesund, tragen jedoch das Virus in sich, können es jederzeit bei Stresssituationen wie Kalbung, Stallwechsel wieder ausscheiden und so weiterverbreiten. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich.(da)
Mit einer Anerkennung als BHV1-freies Gebiet schließt Hessen zu den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen und Bayern auf. In der EU haben bisher Dänemark, Österreich, Finnland, Schweden und die Provinz Bozen in Italien den Status „BHV1-frei". In diese Länder und Staaten können Rinder in Zukunft ohne Zusatzgarantien transportiert werden. Eine Attestierung als BHV1-frei ist hier nicht mehr erforderlich. (da)



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