Studie zum Freihandel

Rindfleischerzeuger sind die Verlierer

Die EU-Kommission hat berechnet, wie sich geplante Handelsabkommen auf den Agrarsektor auswirken werden. Die Analysten der Kommission gehen in einer Studie davon aus, dass im Handel der EU mit den südamerikanischen Mercosurländern, mit den USA, Kanada, Mexiko, Japan und sieben weiteren Ländern der Nullzollsatz für Agrarprodukte gilt. In diesem Fall könnten ab 2025 jährlich bis zu 350.000 t Rindfleisch zusätzlich in die EU gelangen. Die Rindfleischpreise geraten bei einer vollständigen Liberalisierung unter Druck. Die Erzeugung würde in der EU durch die deutlich ansteigenden Importe zurückgehen.

Die Analysten der EU-Kommission raten Politikern deshalb, in den Handelsabkommen unbedingt Mengenbeschränkungen für den besonders sensiblen Rindfleischsektor auszuhandeln. Dies gilt insbesondere für die Mercosurländer (gemeinsamer Markt des Südens), aber auch für Australien. Ceta und TTIP bescherten dagegen den Rindfleischerzeugern keine größeren Schwierigkeiten, geht aus der Studie hervor. Insgesamt soll sich die Lage des europäischen Agrarsektors durch einen vollständigen Zollabbau verbessern. Die Studie rechnet mit zusätzlichem Absatz für Molkereiprodukte und Schweinefleisch, die die Nachteile für den EU-Rindfleischsektor mehr als ausgleichen. (Mö)  
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