UN-Klimakonferenz

Ringen um Details und Geld

Wenige Tage vor Beginn der 22. Welt-Klimakonferenz ist das Klima-Abkommen von Paris in Kraft getreten. Dass der Vertrag innerhalb eines Jahres von mehr als 100 Staaten ratifiziert wurde, gilt als ein Erfolg, denn ursprünglich war dafür ein Zeitrahmen von fünf Jahren veranschlagt.

Nach dem großen Wurf von Paris geht es nun um Details – und ums Geld. Den Entwicklungsländern wurde in Paris zugesagt, dass sie ab 2020 pro Jahr 100 Mrd.US-$ erhalten. Damit sollen sie unterstützt werden, ihre Wirtschaft und Gesellschaft von vornherein umweltfreundlich aufzubauen. Doch wie die Zahlungen finanziert werden sollen, ist bisher ebenso offen wie die Frage, welches Land wie viel erhält.

In Deutschland hat das Thema Klimaschutz zuletzt für Streit in der Großen Koalition gesorgt. Der Klimaschutzplan 2015 von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ging vielen Unionspolitikern zu weit. Der Plan sei „sozial unausgewogen, dazu innovations- und wachstumsfeindlich“, hieß es in der CDU/CSU-Fraktion. Widerstand kam auch vom Kabinettskollegen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der Nachteile für die Landwirtschaft und vor allem für die Tierhalter befürchtet.

Trotz aller Differenzen scheint man in Berlin daran interessiert zu sein, sich noch in dieser Woche beim Klimaschutz zu einigen. Dann könnte sich Deutschland in der zweiten Gipfelwoche als internationaler Vorreiter präsentieren. Laut tagesschau.de kursieren in Berlin Gerüchte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem deutschen Klimaschutzplan im Gepäck sogar selbst nach Marrakesch fliegen könnte. (SB)
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