Die Auftaktverhandlung über die erstmalige Einführung eines tariflichen Mindestlohns für die rund 800 000 Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau endeten in dieser Woche ohne Ergebnis. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Vertreter des Gesamtverbands der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) sowie der Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AgA) vertagten die Gespräch auf den 3. Juli 2014.

Der Termin liegt damit parallel zu der endgültigen Abstimmung über den gesetzlichen branchenübergreifenden Mindestlohn im Deutschen Bundestag. Die landwirtschaftlichen Arbeitgeber hoffen, dass sich der Bundestag noch für Ausnahmen für landwirtschaftliche Saisonarbeiter im Mindestlohngesetz entscheidet. Die jetzt vertagten Tarifverhandlungen sollen eigentlich klären, wie sich die Löhne in der Übergangsfrist bis zum bisher vorgesehenen Greifen des gesetzlichen Mindestlohns ab dem Jahr 2017 entwickeln sollen.

Der Bundestag soll das Gesetz zur Stärkung der Tarifautonomie, das den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € enthält, am 4. Juli endgültig verabschieden. Es soll vom 1. Januar 2015 an gelten. Branchen mit einem überregional gültigen Tarifvertrag können danach aber bis 2017 noch Übergangsregelungen treffen. Die Landwirtschaft kann die Übergangsregel bis 2017 dann nutzen, wenn sie sich mit den Gewerkschaften vorher auf einen Tarifvertrag einigt. (sta)
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