Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter und sein Parteikollege Harald Ebner begrüßen die Entscheidung der Rewe-Gruppe, dass die 350 Toom-Baumärkte bis zum 30. September das Unkrautbekämpfungsmittel aus den Regalen nehmen werden.

In den Toom-Baumärkten ist das Sortiment laut Rewe bereits seit Ende 2013 umgestellt worden. Bis jetzt habe man bereits rund 60 Prozent der glyphosathaltigen Produkte aus dem Verkauf gezogen.

Die Aktion des Einzelhändlers geht den Grünen-Politikern nicht weit genug: „Glyphosat gehört grundsätzlich aus dem Verkehr gezogen", fordern Hofreiter und Ebner. „Wir hoffen und erwarten, dass auch die anderen Baumärkte und Gartencenter dem Beispiel von Rewe folgen werden."

Harsche Kritik äußern die beiden in Richtung Bundesregierung: Sie weigere sich, die Menschen vor der Krebsgefahr des Totalherbizids zu schützen. Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO, IARC, hat das Herbizid Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" eingestuft.

Das Bundesamt für Risikoforschung (BfR) hingegen verwahrt sich gegen voreilige Schlüsse. Es nennt die Veröffentlichung in der Zeitschrift Lancet wissenschaftlich schlecht nachvollziehbar. Die Bewertung sei offenbar nur mit wenigen Studien belegt. Das Breitbandherbizid sei nicht krebserzeugend, so die bisherige Einschätzung des BfR.

Die EU-Zulassung für Glyphosat läuft Ende 2015 aus, deshalb wird der Wirkstoff derzeit überprüft. (mas)
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