NEC-Richtlinie

Rukwied: Unrealistische und überzogene Ziele

Konkret geht es um die Ziele zur Emissionsminderung bei Ammoniak und Methan, die in der Neufassung der sogenannten NEC-Richtlinie festgelegt werden sollen. Auf dem Kreisbauerntag in Passau warnte Joachim Rukwied, dass eine Verschärfung der EU-Vorschriften die Tierhaltung in Deutschland gefährden würde. Zumindest dann, "wenn der derzeitige Entwurf der so genannten NEC-Richtlinie mit seinen Reduktionszielen der Ammoniak- und Methanemissionen nicht entscheidend geändert wird“, so Rukwied.

Nach der EU-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe, kurz NEC-Richtlinie, sollen vor allem die Ammoniak-Emissionen um 39 Prozent bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2005 verringert werden. „Da wir schon enorme Vorleistungen erbracht haben, ist dies in Deutschland nicht machbar, ohne einen enormen Strukturwandel in der Tierhaltung auszulösen“, betonte Rukwied. Zudem würden die Anstrengungen zur Weiterentwicklung des Tierschutzes konterkariert. So müsste die Haltung von Kühen auf der Weide oder in Freiluft-Laufställen, wo sich Kühe besonders wohl fühlen, eingeschränkt werden.

Ziele seien unrealistisch

„Wir brauchen umsetzbare Minderungsziele bei Ammoniak bis 2030“, forderte der Bauernpräsident. In Deutschland seien die Ammoniak-Emissionen bereits um 23 Prozent seit 1990 gesenkt worden. „Es ist nicht akzeptabel, dass Deutschland die weitreichendsten Reduktionsziele erfüllen soll, während andere EU-Länder ihren Ammoniakausstoß nur um 7 Prozent verringern müssen.“

Die NEC-Richtlinie wird in den kommenden Wochen zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und den EU-Mitgliedsstaaten abschließend verhandelt. Zuvor wird sich der EU-Umweltrat auf eine gemeinsame Position zur NEC-Richtlinie einigen. (mrs)
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