Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes Helmut Gumpert (links) und DBV-Präsident Joachim Rukwied machen zu Beginn des Bauerntages ihre Forderungen deutlich.
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Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes Helmut Gumpert (links) und DBV-Präsident Joachim Rukwied machen zu Beginn des Bauerntages ihre Forderungen deutlich.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, fordert von der Politik ein klares Bekenntnis zur Landwirtschaft am Standort Deutschland. Notwendig sei politische Kontinuität, die eine vielfältige, regional verankerte und unternehmerisch geprägte Landwirtschaft erhalte, erklärte Rukwied in seiner Grundsatzrede vor den 600 Delegierten des Deutschen Bauertages in Erfurt.

Initiative Tierwohl: Schritt in richtige Richtung

Landwirtschaft und Teile der Gesellschaft lebten „gewissermaßen in getrennten Wirklichkeiten“, stellte der DBV-Präsident fest. Einerseits schreite die Internationalisierung der Agrarmärkte voran, verschärfe den harten Wettbewerb und nehme immer stärkeren Einfluss auf die Erzeugerpreise. Andererseits seien die Verbraucher immer noch Bildern eines romantischen Landlebens verhaftet und über die Anforderungen an die heutige moderne, arbeitsteilige Landwirtschaft nicht wirklich im Bild. Gleichzeitig seien Lebensmittelhandel und Ernährungswirtschaft bisher kaum bereit, solche Qualitäten und Produktionsprozesse zu honorieren, die diesen Verbrauchererwartungen entgegenkommen, konstatierte Rukwied. Mit der Initiative Tierwohl werde aber erstmals ein großer Schritt in diese Richtung getan.

Absage an zusätzliche gesetzliche Auflagen

„Der Weg zu höheren Standards führt nicht über das Ordnungsrecht mit staatlichen Standards und die Verlagerung der Erzeugung ins Ausland, sondern über Rahmenbedingungen für eine veränderte und höherwertige Nachfrage“, erteilte Rukwied einer Politik der zusätzlichen gesetzlichen Auflagen eine klare Absage. „Eine Politik, die durch maximale Regulierung den unternehmerischen Freiraum nimmt, schadet den Bauern. Sie bremst auch die Weiterentwicklung aus, die die Gesellschaft von uns erwartet“, hob der Bauernpräsident hervor. Staatliche Bevormundung, Bürokratie und gesetzgeberische Schnellschüsse seien vielleicht die größte Gefahr für eine bäuerliche Landwirtschaft. (az)
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