Hauptfest

Rukwied gegen starre Obergrenzen

Bundesagrarminister Christian Schmidt (l.) und Bauernpräsident Joachim Rukwied beim Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart.
-- , Foto: da
Bundesagrarminister Christian Schmidt (l.) und Bauernpräsident Joachim Rukwied beim Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart.

Vorgezogene Sperrfristen für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern, wie sie in der Novelle der Düngeverordnung vorgesehen sind, hält Bauernpräsident Joachim Rukwied für schwierig. Die Vorgabe, ab 1. Oktober keine Gülle mehr ausbringen zu dürfen, bezeichnete er als „ackerbaulichen Unsinn“ und erntete dafür im voll besetzten Zelt auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest heute in Stuttgart viel Beifall.

In seiner Doppelfunktion als Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg verspricht Rukwied seinem Berufsstand, wieder für mehr Handlungsspielraum zu sorgen. Auch Bundesagrarminister Christian Schmidt sagte den Landwirten auf dem Volksfest Flexibilität zu, um die unterschiedlichen Regionen in Deutschland zu berücksichtigen.

Schwierige Zeiten angekündigt
Schmidt bereitete die Landwirte auf schwierige Zeiten in den kommenden Monaten vor. Auch Rukwied wies auf die Volatilität an den Märkten, die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, zunehmende Auflagen und dadurch steigenden Kostendruck hin. Zu einem Preis von 1,40 €/kg Schweinefleisch könne kein Betrieb kostendeckend produzieren.

Ein Reizthema sind für ihn die geplanten neuen Vorschriften für Anlagen von Jauche, Gülle und Silagesickersaft (JGS-Anlagen). Viele Betriebe könnten diese Investitionen nicht bezahlen und müssten das Handtuch werfen, warnt Rukwied. Er baut dabei auf die Unterstützung des Bundesagrarministers, der in Stuttgart erneut betonte, dass es in der Bundesregierung noch keine Zustimmung für die entsprechende Novelle der Verordnung gegeben habe. (da)
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