Agrarhandel

Russland-Boykott trifft EU-Länder

Am heutigen Donnerstag will die Regierung in Moskau die Liste mit Agrarerzeugnissen veröffentlichen, die an den russischen Grenzen abgewiesen werden sollen. Für polnisches Obst gilt schon seit einer Woche ein Embargo. Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch angekündigt, alle Staaten, die im Ukraine-Konflikt Sanktionen gegen Russland verhängt haben, mit einem Importverbot für bestimmte Nahrungsmittel zu belegen. Dazu gehören neben der EU die USA, Kanada und Japan.

Am stärksten betroffen von einem umfassenden Embargo sind die EU-Länder. Die Europäer haben 2013 nach den Zahlen der EU-Kommission Agrarerzeugnisse und Nahrungsmittel im Wert von 11,8 Mrd. € nach Russland verkauft. Gemessen an den gesamten Agrarexporten der EU hat der Anteil ziemlich genau 10 Prozent betragen. Gemessen an den russischen Agrarimporten beträgt der EU-Anteil sogar mehr als ein Drittel. Wesentlich geringer ist im Vergleich die Bedeutung des russischen Absatzmarktes für die Amerikaner. Aus den  USA gingen 2013 Agrarimporte im Wert von 1,3 Mrd. US-$ in das Putin-Reich. Sie machten weniger als 1 Prozent der gesamten US-Agrarexporte aus.

Russland hat sich zu Wochenbeginn nach einem Bericht der Moscow Times bereits nach alternativen Lieferländern umgeschaut. Im Gespräch sind Brasilien als Anbieter von Fleisch und Milchprodukten sowie die Türkei als Lieferland für Obst und Gemüse. (db)
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