Embargo

Russland erweitert Importverbote


Albanien, Montenegro, Island und Liechtenstein stehen neu auf der Liste der Länder, für die Russland ein Importverbot für Agrarprodukte verhängt hat. Außerdem hat Präsident Dmitri Medwedjew am Donnerstag angedroht, die Ukraine in den Kreis mit aufzunehmen, sobald das Assoziierungsabkommen mit der EU in Kraft tritt. Das ist nach dem jetzigen Stand der Verhandlungen Anfang 2016 der Fall.

Die Agentur Itar-Tass berichtet weiter, dass das erweiterte Embargo vor allem Island trifft. Von dort sind 2014 nach den Zahlen der russischen Zollbehörde Exporte im Wert von 256 Mio. US-$ nach Russland gegangen. Von Sanktionen betroffen wären 232 Mio. US-$. Vor allem handelt es sich um Fisch und Meeresfrüchte. Kleinere Mengen Obst und Gemüse haben außerdem Albanien und Montenegro geliefert. Aus Liechtenstein sind keine Agrarprodukte nach Russland gegangen.

Importverbote verlängert
Im August 2014 sind die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Norwegen, Kanada und Australien mit dem Importverbot belegt worden. Es handelte sich um eine Reaktion auf Sanktionen, die diese Staaten gegenüber Russland wegen der Annektierung der Krim verhängt hatten. Die zunächst auf ein Jahr begrenzten Importverbote sind kürzlich für ein weiteres Jahr verlängert worden. (db)
Einschneidend wäre das Embargo, falls es ab 2016 greifen würde, allerdings für die Ukraine. Von dort registriert die russische Zollbehörde 2014 Agrarimporte im Wert von fast 11 Mrd. US-$, von denen 415 Mio. US-$ durch das Embargo abgeschnitten wären. Es handelt sich vor allem um Milcherzeugnisse, Rindfleisch, Pflanzenfette, Gemüse und Obst.

Unterdessen sendet Medwedjew auch schon andere Botschaften an die Bevölkerung Russlands. Das Importembargo gegen Staaten des Westens gelte nicht unbegrenzt, sagte der Regierungschef nach Angaben von Nachrichtenagenturen. Wie die Agraranalysten von APK-Inform daraus schließen, will Medwedjew die Landwirte in Russland darauf einstimmen, dass sie nicht auf Dauer ungestört von Wettbewerbsdruck von außen produzieren können. Vor allem sollten sie nicht auf die Erzeugung mittelmäßiger Qualitäten setzen, sondern stattdessen hochwertige Agrarprodukte anbieten, die internationalen Standards entsprechen, lautet der Rat aus der Regierungszentrale. (db)
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