Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Chemiepark Leuna.
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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Chemiepark Leuna.

Nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Itar-Tass sind mit dem heute veröffentlichten Dokument für ein Jahr Beschränkungen für den Import von Agrarprodukten in Kraft getreten. Sie richten sich gegen Staaten, die anti-russische Sanktionen unterstützten. Dazu gehören die EU, Australien, Kanada, die USA und Norwegen. Die Liste der verbotenen Produkte umfasst Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Hinzu kommen Milchprodukte, Gemüse und Obst.

Weitere Stufe der Eskalation

Die Regierung in Moskau begründet die Maßnahme mit dem „Schutz der nationalen Interessen der Russischen Föderation". Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bietet heute betroffenen Unternehmen an, mit dem Ministerium Kontakt aufzunehmen. Er setzt darauf, die Eskalation in den Griff zu bekommen und forderte heute in Leuna alle Beteiligten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. 

Gabriel verteidigt EU-Position

Gabriel verteidigte auf seiner Sommerreise durch Ostdeutschland die zuvor seitens der EU verhängten Sanktionen. Es würde zwar alles viel teurer werden, so der Wirtschaftsminister. Der Schaden wäre jedoch noch größer, wenn man nicht darauf reagieren würde, dass in nur einer Flugstunde Entfernung Krieg herrsche. Gabriel besichtigte heute im Chemiepark Leuna Speicheranlagen für Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien. 

Russische Regierung begründet Reaktion

Auch der russische Premier Dmitri Medwedew argumentiert, dass sein Land nur reagiere. „Die Sanktionen braucht niemand. Die Situation hat sich aber so entwickelt, dass wir zu Gegenmaßnahmen gezwungen sind", zitiert Ria Novosti Medwedew.  (db/da)
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