In Sachsen-Anhalt stehen für die Förderung des Ökolandbaus ab sofort knapp 30 Mio. € mehr zur Verfügung. Im Vergleich zur vorherigen Förderperiode ist das eine Steigerung von rund einem Drittel auf über 100 Mio. €. Besonderen Wert legt das Ministerium dabei auf die Unterstützung von Betrieben, die umstellen wollen. Agrarministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) erhofft sich davon eine Steigerung der ökologisch bewirtschafteten Anbaufläche um bis zu 11 Prozent.
In Zahlen
Die Prämien für die Beibehaltung von ökologisch bewirtschaftetem Acker- und Grünland sollen von 230 auf maximal 273 € pro Hektar gesteigert werden. In den ersten zwei Jahren wird die Prämie bei 403 € pro Hektar liegen.

Für Gemüsekulturen werden bei Beibehaltung statt 415 dann 468 € pro Hektar gezahlt, für die Einführung gibt es 1.215 € pro Hektar. Bei Dauerkulturen steigt der Satz von 750 auf 975 € pro Hektar für die Umstellung, bei Beibehaltung zahlt das Land 1.657 €. 

Die erhöhte Einführungsprämie wird für alle Betriebe ausgezahlt, die ab 2017 neue Anträge stellen. Beginn des neuen Verpflichtungszeitraums ist der 1. Januar 2018. Voraussetzung für die Auszahlung der Einführungsprämie ist, dass der Betrieb höchstens 21 Monate vor Förderungsbeginn auf ökologische Produktionsweise umgestellt hat. Für Grünlandbetriebe gilt ein Mindesttierbesatz von 0,3 Großvieheinheiten. Die neue Förderung muss noch von der EU-Kommission genehmigt werden.

2015 wurden nach Angaben des Ministeriums 587 Öko-Unternehmen gefördert, das sind etwa 9 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe des Landes. Sie bewirtschaften eine Fläche von 57.034 Hektar und machen damit knapp 5 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche von Sachsen-Anhalt aus. Im Februar 2016 stellte die Landesregierung in Zusammenarbeit mit Verbänden einen Aktionsplan für den Ökolandbau vor. Wichtige Punkte sind die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Verbraucheraufklärung, verbesserte Bildung und Beratung und die Unterstützung von Nachwuchskräften und Forschung. (lm)
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