Milchkrise

Sachsen schlägt Alarm


Schon auf der nächsten Sitzung im Februar soll der Bundesrat über die aktuelle Situation der deutschen Landwirte beraten und über kurzfristige Hilfen entscheiden. So steht es am Ende eines offenen Briefes des Sächsischen Bauernverbandes an den Ministerpräsidenten in Sachsen Stanislaw Tillich, der in diesem Jahr auch den Vorsitz im Bundesrat führt. Die Verluste in der Milch- und Schweinefleischproduktion belaufen sich in Sachsen bis heute auf mehr als 200 Mio. €. Seit mehr als 15 Monaten kämpfen Milchbauern und Schweinehalter mit niedrigen Preisen zwischen 25 bis 26 Cent/Liter Milch sowie beim Schweinefleisch von 1,25 bis 1,30 €/Kilogramm Schweinefleisch.

Rückgang von Agrarexporten

Drastisch schildert Wolfgang Vogel, als Präsident des sächsischen Bauernverbandes und Unterzeichner des Briefes die Folgen der Finanzklemme: "Die bereits seit Längerem fehlende Liquidität unserer Tiere haltenden Betriebe macht diese zunehmend übernahmereif für außerlandwirtschaftliche Kapitalgeber. Allein der Verlust des russischen Marktes infolge des Lebensmittelembargos bedeutet für Milcherzeuger einen Erlösrückgang von 4 Cent/kg Milch. Die deutschen Agrarexporte nach Russland sind in den Zeiträumen von Januar bis August 2014 gegenüber dem Vorjahr bei Käse von 94 Mio. € und bei Fleisch von 224 Mio. € vollständig verloren gegangen. Die Erschließung von alternativen Exportmärkten blieb bis heute aus."

Vier Cent mehr für die Milch und 30 Cent mehr für Schweinefleisch je Kilogramm für die vergangenen 15 Monate würden zur Liquidität und zur Bedienung von Krediten schon ein gehöriges Stück helfen, heißt es weiter. (da)
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