Direktzahlungen

Sachsen zahlt vor Jahresende


Bis 29. Dezember 2015 dürften fast alle Prämien auf die Konten der Landwirte überwiesen werden, kündigte am Montag Agrarminister Thomas Schmidt (CDU) in Grimma an. Für 31 landwirtschaftliche Unternehmen konnten die erforderlichen Prüfungen durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) noch nicht abgeschlossen werden. 147 Betriebe erfüllen die Beihilfevoraussetzungen nicht und können deshalb keine Direktzahlungen bekommen.

Alle genehmigten Betriebe erhalten sogar die Greeningprämien, kündigte Schmidt an. Dass es noch zu dieser pünktlichen Auszahlung kommen konnte, sei vor allem auf dem enormen Arbeitseinsatz der Mitarbeiter im Ministerium und in den Behörden zu verdanken. Auf Grund der neuen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hätte es viele Umstellungen bei den Antragsformularen und EDV gegeben.

Die Direktzahlungen benötigen alle Betriebe, vor allem Milchbetriebe, die auf Grund der niedrigen Milchpreise in finanzielle Engpässe gekommen seien.  Schmidt sprach sich als Gastredner auf Einladung der ATR Landhandel Grimma GmbH erneut gegen eine Mengenreduzierung der Milchproduktion aus. Wichtiger sei eine Diversifizierung der Produktion. "Die derzeit mageren Milchauszahlungspreise von 25 bis 27 Cent je Liter in Sachsen sind auf keinen Fall kostendeckend", sagte Schmidt. "Das ist eine Katastrophe." Viele Unternehmen müssten derzeit die Verluste im Milchgeschäft durch Quersubventionen mit anderen Standbeinen ausgleichen.

Vorschläge, die Mengen wieder zu reduzieren bezeichnete der Minister als Insellösung, dazu sei der deutsche Anteil an der europäischen Milchproduktion von 16 Prozent und weltweit von 4 Prozent zu gering. Eine Reduktion der Milchmenge in Deutschland von 10 oder 20 Prozent wäre nicht spürbar. Ein Marktungleichgewicht könne die Politik nicht ausgleichen, diese Vorstellung bezeichnete Schmidt als Illusion. Wenngleich der Minister einräumt, es wäre leicht vom Podium zu den Landwirten zu sprechen, der tägliche Kampf auf den Betrieben sei weitaus schwieriger. (da)
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