Masterplan Ems

Sanierung der Ems kostet Flächen


Ziel des Masterplans ist es, den ökologischen Zustand der Ems zu verbessern. Gleichzeitig soll die Meyer-Werft in Papenburg den Fluss weiter für die Schiffsüberführungen nutzen können. Die Landwirtschaft im Emsland und Ostfriesland wird für die Umsetzung des Plans bis zu 730 ha zur Verfügung stellen. Der Unterlauf der Ems zwischen Papenburg und dem Emsmündung in den Dollart ist stark ausgebaut, um die Überführung von Kreuzfahrtschiffen von der Papenburger Meyer-Werft in die Nordsee zu ermöglichen. Die EU-Kommission mahnt seit Jahren ökologische Verbesserungen an dem Flussabschnitt an und droht mit einem Vertragsverletzngsverfahren und Strafzahlungen. Die brüsseler Beamten bemängelt den Zustand der EU-Vogelschutzgebiete sowie der FFH-Gebiete an der Ems. Kritisiert wird auch die schlechte Wasserqualität und eine Verletzung der Wasserrahmenrichtlinie. Dem Land Niedersachsen wird von der EU vorgeworfen, Fristen zur Schutzgebietsausweisung versäumt zu haben.

Umweltverbände begrüßen Entscheidung

Die Kreisstagssitzung in der Ostfrieslandhalle stieß auf ein großes öffentliches Interesse. Rund 1.200 Zuhörer, vor allem Landwirte und Mitarbeiter der Meyer-Werft, verfolgten die kontrovers geführte Diskussion. Am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von 26 zu 23 Kreistagsmitgliedern für den Masterplan. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte die Entscheidung. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sicherte den Landwirten weitere Gespräche zu. In einer gemeinsamen Erklärung der Umweltschutzverbände Nabu, BUND und WWF wird der Masterplan als letzte Chance bezeichnet, ökologische und wirtschaftliche Interessen miteinander zu verbinden.

Schwierige Suche nach Ausgleichsflächen

Zentraler Streitpunkt des Masterplan war, dass Ausgleichsflächen für den Naturschutz nur von Landwirten im Landkreis Leer zur Verfügung gestellt werden sollten. Schon heute seien die Pachtpreise hoch und die Flächen knapp, betonten Vertreter der Landwirtschaft. In der vergangenen Woche hatte der Landkreis Leer in Nachverhandlungen durchsetzen können, dass er nur 250 bis 300 ha Ausgleichfläche bereitstellen muss. Stärker beteiligen wird sich nun der Landkreis Emsland, zu dem auch die Stadt Papenburg gehört. (SB)
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