Osthandel

Sanktionen bedrohen positiven Trend

"Der Warenaustausch mit den 21 vom Ostausschuss betreuten Ländern stieg in der ersten jahreshälfte um ein Fünftel auf 62,8 Mrd. € - fast elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum" , so der OA-Vorsitzende Wolfgang Büchele. Damit sei der Anteil der Region am gesamten deutschen Außenhandel wieder auf deutlich über fünf Prozent gestiegen, sagte er zu den jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). 

Dabei sein das Potenzial bei Weitem noch nicht erschöpft. Es bestehe weietrhin ein großer Nachholbedarf beim Ausbau der Infratsruktur und der Modernisierung der Wirtschaft. Den größten Zuwachs verzeichen den Angaben zufolge die deutschen Lieferungen nach Russland. Diese legten zwischen Januar und Juni 2017 um 2,6 auf 12,7 Mrd. € zu, entsprechend einem Plus von 26,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Noch kräftiger stiegen die deutschen Einfuhren aus Russland. So wurden im ersten Halbjahr 2017 Waren und Güter im Wert von 16,2 Mrd. € und damit fast 4 Mrd. € oder 31,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum importiert.    

Diese erfreuliche Entwicklung werde jedoch nach Meinung des OA durch verschiedene Vorgänge bedroht. So würden von den USA beschlossene Sanktionen "wie ein Damoklesschwert über den Unternehmen mit Russland-Geschäft" schweben, äußerte Büchele. Noch sei ihre Ausgestaltung nicht konkret erkennbar. Anfang August 2017 hatte US-Präsident Donald Trump ein neues Gesetz unterzeichnet, welches die Sanktionen gegen Russland verschärfen soll. Damit könne die Sanktionierung nicht-amerikanischer Unternehmen ermöglicht werden. Neben dem Energiesektor könnten davon als weitere Zielbranchen der Bergbau, die Metallurgie sowie die Eisenbahn betroffen sein.

Aber auch Russland müsse vernünftige Rahmenbedingungen im bilateralen Handel gewährleisten, appelliert Büchele mit Blick auf die durch russische Vertragspartner organisierte illegale Verbringung von Siemens-Turbinen auf die Halbinsel Krim. Sonst bestehe die Gefahr eines schweren Vertrauensverlustes mit entsprechenden Folgen für die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, zeigt sich Büchele besorgt. (jst)
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