Russland

Sanktionen gefährden Investitionen

"Bis heute hat die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft rund eine Milliarde Euro direkt in Russland investiert. Durch diese Investitionen konnte Russland in den vergangenen Jahren beeindruckende Erfolge im Bereich der Pflanzenproduktion erzielen und neben den USA, der EU und Argentinien zu einem der wichtigsten Lieferanten auf den Weltgetreidemärkten aufsteigen", erläutert Thomas Kirchberg, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft im Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft.

Auch bei der Geflügel- und Schweineproduktion habe Russland zuletzt stark aufholen und die Eigenversorgung deutlich steigern können. Zahlreiche deutsche Unternehmen signalisierten in einer Umfrage der Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft noch im vergangenen Jahr die Bereitschaft, ihr Engagement in Russland auszubauen.

"Diese Pläne werden durch die aktuelle politische Krise teilweise in Frage gestellt", sagte Kirchberg. Wichtig ist für ihn, dass die Gesprächsfäden auf politischer Ebene nicht abreißen. Es gehe darum, mögliche Auswirkungen der aktuellen Krise auf die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit in Russland frühzeitig zu erkennen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Die Regierung in Moskau hatte das Importverbot für zahlreiche Lebensmittel aus der EU und den USA nicht nur als politisches Druckmittel gewählt, sondern auch auf deren positive Auswirkungen auf die russischen Agrar- und Ernährungswirtschaft hingewiesen. (HH)
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