Kastenstand

Sauen bleiben länger frei

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) legt heute seinen Vorschlag zur Neugestaltung der Kastenstandhaltung vor. Demnach dürfen sie nur noch befristet beibehalten werden. Die Fixationsdauer muss deutlich verkürzt werden. Aus der Sicht des BMEL stellen folgende Eckpunkte einen gangbaren Weg im Hinblick auf die künftige Kastenstandhaltung im Deckzentrum dar: 
  • Betriebe, die nach 10 Jahren ein verbindliches Umstellungskonzept vorgelegt und, falls erforderlich, einen Bauantrag gestellt haben, erhalten eine Übergangsfrist von 15 Jahren. 
  • Zur Vermeidung unbilliger Härten kann die zuständige Behörde eine Verlängerung von bis zu 2 Jahren genehmigen. 
  • Diese Frist korrespondiert mit entsprechenden Fristen in Dänemark. Danach beträgt die maximal zulässige Fixationsdauer acht Tage, statt der bislang üblichen bis zu 35 Tage. 

Schmidt betont Planungssicherheit

Während der Übergangszeit müssen die Kastenstände so beschaffen sein, dass sich die Tiere nicht verletzen können und jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen sowie den Kopf ausstrecken kann. Den Landwirten werde damit ermöglicht, ohne Zwischeninvestition die Umstellung auf die deutliche Verkürzung der Fixationsdauer und die neuen Anforderungen an Kastenstände vorzunehmen, was einen bedeutenden Fortschritt im Tierschutz darstelle, so Schmidt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die Länder verfolgten das Ziel, möglichst schnell Rechts- und Planungssicherheit für Landwirte und Vollzugsbehörden herzustellen, heißt es weiter.

Meyer fordert Umbau

Wie gestern bekannt wurde, plant Niedersachsen allerdings einen Alleingang. Dort sollen die Kastenstände für Sauen komplett abgeschafft werden. Eine entsprechende Bundesratsinitiative zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hat das Kabinett in Hannover heute beschlossen. 

Nach einer Übergangsphase sollen Sauen bis eine Woche vor Geburt ihres Nachwuchses nur noch in Gruppen gehalten werden. Für den erforderlichen Umbau der Ställe soll der Bund Fördermittel bereitstellen, bei Neubauten soll sofort auf den Kastenstand verzichtet werden, fordert der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Für bestehende Ställe soll eine Übergangsfrist von längstens zehn Jahren gelten. In Einzelfällen sollen auch verlängerte Fristen möglich sein. (kbo)

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