Weltklimakonferenz

Schmidt: Landwirtschaft nicht zum Sündenbock machen

"Es gibt keine Branche, die bereits heute den Klimawandel so zu spüren bekommt wie die Landwirtschaft", sagte Schmidt in Paris. Die Landwirtschaft sei aber zugleich auch der einzige Wirtschaftszweig, der durch die Bindung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid in langfristig festgelegte Biomasse aktiv zum Klimaschutz beitragen könne. Seit 1990 seien die Treibhausgasemissionen durch die Landwirtschaft um 23 Prozent gesenkt worden, während im gleichen Zeitraum die Agrar-Produktion um 18 Prozent gestiegen sei, erklärte Schmidt.

Zukünftige Klimaschutzpotentiale sieht er in der Forschung im Bereich Anbau, Tierhaltung und Technik, bei Ressourceneinsparung durch die Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft sowie in der Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau.

Klimaschutz als elementares Interesse

Landwirte hätten ein elementares Interesse an der Klimapolitik, so Schmidt weiter. Berechenbare klimatische Bedingungen seien die Voraussetzung für Ernährungssicherung und damit für politische Stabilität. Landwirtschaft sei damit ein zentraler Schlüssel für Friedenssicherung in der Welt.

Es bleibe jedoch Kernaufgabe der Landwirtschaft, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Klimaschutz und Ernährung dürften deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden, so Schmidt. "Die Landwirtschaft darf nicht zum Sündenbock der Klimaschützer werden."

Landwirtschaft müsse wirtschaftlich bleiben

Schmidt appellierte zudem an die Verantwortlichen künftiger Klimaschutzziele.  Diese müssten so gestellt werden, dass Landwirtschaft weiterhin wirtschaftlich betrieben werden könne, andernfalls sei das Ziel einer klimaneutralen Landwirtschaft nicht zu erreichen. Die Bundesregierung müsse klare gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die sowohl dem Umwelt- und Klimaschutz wie auch dem Ernährungsauftrag der Landwirtschaft Rechnung tragen. (mrs)
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