Fastenzeit

Schmidt: Nahrungsmittel wertschätzen


Schmidt geht es in seiner Botschaft zur Fastenzeit weniger darum, "auf was wir verzichten, sondern dass wir alte Gewohnheiten neu überdenken und schlechte Gewohnheiten aufgeben." Eine fraglos schlechte Gewohnheit sei es, einen Teil unserer Lebensmittel – nämlich genau jedes achte - wegzuwerfen. Im Schnitt werfe jeder Bundesbürger im Jahr 82 kg Lebensmittel in den Müll.

Das sei, so der Bundesagrarminister, nicht hinnehmbar und angesichts von weltweit hungernden 800 Millionen Menschen moralisch inakzeptabel. Schmidt fordert deshalb die Verbraucher zum Aschermittwoch auf, die kommenden 40 Tage zu nutzen und darüber nachzudenken, welcher Wert Lebensmitteln beigemessen werde.


Hinzufügt er eine umfangreiche Fragenpalette: "Sind Lebensmittel für uns bloße Konsumgüter oder wirklich Mittel zum Leben? Sind sie lediglich die Summe ihrer Inhaltsstoffe oder haben sie einen Eigenwert? Sind wir uns der Arbeit und Mühe der Landwirte bewusst, die in unseren Agrarprodukten stecken? Sind wir uns der Tradition, der Handwerkskunst, des kulturellen Erbes bewusst, die in den veredelten Produkten wie Brot, Wein oder Käse stecken? Sind wir uns bewusst, dass Ernährungssicherung etwas mit Verteilungsgerechtigkeit zu tun hat?

Passend dazu hält er Antworten für die Situation parat. "Wie wäre es, die kommenden 40 Tage zu nutzen und darauf zu achten, dass nichts Essbares aus unserem Haushalt in der Mülltüte landet." Ein solches Verhalten rette Lebensmittel und spare Geld. Besser wäre es, mit dem gesparten Geld etwas Gutes zu tun und  Menschen oder Institutionen zukommen zu lassen, die sich für die gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln einsetzen. So würde die Fastenzeit eine Zeit des Wendepunkts und der Umkehr werden. Und das ist ihr ureigener Sinn, schließt das öffentliche Statement von Schmidt. (da)
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