Lebensmittelkennzeichnung

Schmidt: Vegane Wurst verbieten

Bundesagrarminister Christian Schmidt will Fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane Lebensmittel verbieten. Begriffe wie „vegetarisches Schnitzel" oder „vegane Currywurst" seien „komplett irreführend und verunsichern die Verbraucher", sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung. „Ich setze mich dafür ein, dass sie im Sinne einer klaren Verbraucherkennzeichnung verboten werden." Niemand dürfe „bei diesen Pseudo-Fleischgerichten so tun, als ob es Fleisch wäre", forderte Schmidt. Hersteller sollten eigene Namen für ihre pflanzlichen Produkte finden.

Bei vielen vegetarischen Produkten lässt sich nur auf den zweiten Blick feststellen, dass sie kein Fleisch enthalten.
-- , Foto: ISN
Bei vielen vegetarischen Produkten lässt sich nur auf den zweiten Blick feststellen, dass sie kein Fleisch enthalten.
Die Diskussion ist nicht neu. Auch der Deutsche Bauernverband hatte in der Vergangenheit ähnliche Forderungen gestellt – zum Beispiel im Zusammenhang mit „vegetarischem Schinken“. „Die Bezeichnung ‚Schinken‘ steht für ein hochwertiges und echtes Fleischprodukt. Es kann nicht sein, dass sich ein aus den unterschiedlichsten Ersatzmaterialien, Aromen und Geschmacksverstärkern zusammengesetztes Produkt ebenso nennen darf“, betonte DBV-Vizepräsident Werner Hilse. Auf nationaler wie europäischer Ebene sollten Imitate von Fleisch und Wurstwaren nicht unter der Aufmachung und Bezeichnung der echten Lebensmittel vermarktet werden dürfen, fordert der DBV.

Unterstützung bekommt Schmidt auch von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Es sei absolut richtig und es werde höchste Zeit, dass sich die Politik gegen diese Verbrauchertäuschung stark mache. „Auch wenn eine Bezeichnung wie etwa Gemüsebratling möglicherweise nicht so appetitlich klingt wie vegetarisches Schnitzel, darf der verlockende Titel Schnitzel nicht weiter missbraucht werden“, fordert die ISN.

Die ISN erinnert daran, dass viele Veggieprodukte in verschiedenen jüngeren neutralen Tests miserabel abgeschnitten haben, so dass die Verwendung der Fleischnamen schon fast an eine „Rufschädigung für echte Fleischprodukte“ grenze. Wie bei anderen Produkten auch sollte nur das auf der Packung stehen, was auch drin ist. (SB)
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