Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wirft dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer vor, Informationen zu mit Fipronil belasteten Eiern nicht rechtzeitig weitergegeben zu haben. Anlass für Schmidts Kritik sind Berichte über Fipronli-Funde in einem niedersächsischen Betrieb mit Datum vom 17. Mai 2017. Darüber sei der Bund aber erst in der zweiten Augustwoche informiert worden.

Im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium weist man die Vorwürfe zurück. Die im Mai in einem Betrieb in der Grafschaft Bentheim entnommenen Eier seien damals auf andere Substanzen wie Dioxin und Salmonellen untersucht worden, nicht aber auf Fipronil. Einiger Eier seien im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) als Rückstellproben aufbewahrt worden. „Diese Eier wurden erst Anfang August nach Bekanntwerden des Skandales auf Fipronil untersucht“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der agrarzeitung (az). Über das Ergebnis sei der Bund umgehend informiert worden.

Bisher sind in 12 europäischen Ländern mit dem Insektengift belastete Eier gefunden worden. Dazu zählen neben Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien, Schweden, Luxemburg und Österreich nun auch osteuropäische Länder wie Rumänien und die Slowakei. Am Freitag gab die Europäische Kommission bekannt, am 26. September eine Krisensitzung einzuberufen.

Außerdem veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Freitag eine weitere Risikoeinschätzung. Diesmal ging es um Fipronal-haltiges Hühnerfleisch, das nach Schlachtung der Legehennen, als Supenhuhn verkauft oder in Hühnersuppen verarbeitet wird.  (SB/has)
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