Tierwohl

Schmidt fördert Demonstrationsbetriebe


Weniger Schwanzbeißen und zufriedene Tiere - dieses Ziel verfolgen Sandra und Andre Angenendt auf ihrem Schweinebetrieb im Westmünsterland. Ihr Hof ist Demonstrationsbetrieb für die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ins Leben gerufenen "Initiative Tierwohl - Eine Frage der Haltung". Gefördert durch die Initiative entsteht zurzeit ein neuer Stall – mit einer Einrichtung, die Vorreiter für mehr Tierwohl sein soll.

Das Ehepaar Angenendt sammelt nun Erfahrungen, wie das Schwanzbeißen in der Ferkelaufzucht und Schweinemast reduziert werden kann, berichtet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Besonderes Augenmerk liege auf einer stressreduzierten Fütterung, körperschonender Stalltechnik und innovativen Lüftungssystemen. Dafür gebe es einen Wärmetauscher, der höhere Luftraten unterstützt, ohne dass dabei „Durchzug“ entsteht. Gleichzeitig würden per Unterflur-Absaugung Schadgase über der Gülle abgesaugt und aus dem Stall heraus gelenkt, ohne dass die Tiere damit in Kontakt kommen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert Investitionen mit 40 Prozent der anfallenden Kosten. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung koordiniert die Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz, die Teil der BMEL-Tierwohl-Initiative sind. Aktuell sind vier von rund 24 geplanten Netzwerken zu Themen wie Schwanzbeißen bei Schweinen oder Schnäbel kupieren bei Legehennen aktiv. Die Demonstrationsbetriebe erhalten neben der Investitionsförderung Zuwendungen, die beispielsweise Mehraufwand und wirtschaftliche Einbußen beim Testen neuer Verfahren kompensieren. (has)
stats