Wolfsmanagement

Schmidt fordert Abschussquote für Wölfe

Schmidt forderte am Samstag in der 'Bildzeitung' eine Abschussquote für Wölfe. „Die Zeit des Redens ist jetzt vorbei: Wir müssen die Bestände auch durch Abschüsse so regulieren, dass für Mensch und Nutztierhaltung keine Gefahr vom Wolf ausgeht", zitiert Bild den Bundesagrarminister. Er ist der Vierte im Bunde, der sich seit Freitag offen dafür ausspricht, die wachsende Wolfspopulation in den Griff zu bekommen.

Auf der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern am vorigen Freitag in Lüneburg wurde von einer überraschenden Wende beim Wolfsmangagement gesprochen. Kurz zuvor hatten der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ganze Rudel entnehmen wollen, wenn diese eine Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Hermann Onko Aeikens (CDU) sagte in Lüneburg, er wolle mit seinem Kollegen Flasbarth im BMU Kontakt aufnehmen und gemeinsam mit ihm eine Linie für das Wolfsmanagement mit der Möglichkeit der Bestandsregulierung abzustimmen, die mit dem Natur- und Artenschutz in Einklang steht. Eine Aufnahme in das Jagdrecht lehnt die Bundesregierung ab. Denn dann müssten Jäger auch die Pflege und Hege der Wölfe übernehmen, was der Berufsstand ablehnt.

Rund 500 Wölfe streifen wieder durch deutsche Wälder, Tendenz stark steigend. Scharfe Kritik übt Schmidt an den Versuchen, den Wolf weiter streng zu schützen. Er reagierte, nachdem eine Britin in Griechenland von Wölfen getötet wurde. Erst jetzt, „nachdem es zu Zwischenfällen gekommen ist, wachen die Ideologen endlich auf. Ich will nicht, dass so etwas auch bei uns passiert", sagte Schmidt zu Bild. Der Bundesagrarminister will sich nun bei der EU-Kommission die Erlaubnis für den Wolfsabschuss in Deutschland holen. (da)
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