Eierskandal

Schmidt fordert lückenlose Aufklärung

In seiner Funktion als Bundesminister für gesundheitlichen Verbraucherschutz stellte sich Schmidt am Donnerstag abend in Berlin der Presse, um über den aktuellen Kenntnisstand der Kontamination von Eiern mit Fipronil zu informieren. Das Mittel wurde offenbar mit dem für die Nutztierhaltung in Geflügelställen zugelassenen pflanzlichen Desinfektionsmittel DEGA 16 in Belgien gepanscht, sagte Schmidt. Er bestätigte, dass Deutschland von Eiern, in denen erhöhte Gehalte von Fipronil festgestellt wurden und in die   Lebensmittelkette gelangten, stärker betroffen sei als bisher angenommen. Schmidt geht nunmehr von zwölf Bundesländern aus, die von Lebensmittel mit erhöhten Fipronilgehalten betroffen seien. Schwerpunkt der Lieferketten seien Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Dort seien nun auch belastete Eier aus deutschen Geflügelställen gefunden worden. In enger Abstimmung zwischen den Bundesbehörden und den Ländern, würden nun auch verarbeitete Lebensmittel auf Rückstände von Fipronil untersucht.

Akute Gefährung schließt Schmidt aus

Niedersachsen sperrt Betriebe
In Niedersachsen ist mittlerweile bei insgesamt vier Legehennenhaltern das in Lebensmitteln nicht zulässige Insektizid Fipronil nachgewiesen worden. Alle Betriebe sind nach einem Anfangsverdacht bereits gesperrt, teilt das Agrarministerium in Hannover mit. (da)
Vor allem will Schmidt sicherstellen, dass sich keine belasteten Eier noch im Handel befinden. Die Untersuchungen in der Weiterverarbeitung führen die Länder durch.
Eine akute Gefährdung für die Verbraucher schließt Schmidt aus. Er verurteilt den rechtswidrigen Einsatz von Fipronil an Legehennen. Sollte sich die Vermutung, dass strafbare Handlungen vorliegen, bestätigen, werde die Staatsanwaltschaft in den Länder sowie in den Niederlande und in Belgien die Ermittlungen aufnehmen. Wer mutwillig gepanscht habe und die Verbraucher und Lebensmittelkette damit gefährde, müsse bestraft werden.  Verbraucher können alle Rückrufe unter lebensmittelwarnung.de verfolgen.


Nach dem Statement von Schmidt stellte Dr. Monika Lahrssen-Wiederholt vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erste Ergebnisse von einer in dieser Woche durchgeführten Risikobewertung zu Fipronil in Eiern vor. Demnach sei für alle Verbraucher ein Gehalt von 0,72 mg je kg Hühnerei von Fipronil, wie er in belgischen Chargen aufgetaucht sei, ungefährlich. Bei dem höchsten bisher bekannten Wert von Fipronil in Eiern aus Belgien von 1,2 mg/kg, sei eine gesundheitliche Gefahr von Kindern möglich, sagte die Expertin. Ausführlich informiert das BfR im Internet über Fipronilgehalte in Lebensmitteln tierischen Ursprungs. (da)
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