Geschlechtserkennung

Schmidt investiert in Prototyp


Forschungsgelder sollen dabei helfen, das Verfahren zur Geschlechtserkennung schnell in der Praxis zu etablieren.
-- , Foto: Günther Schad/Pixelio
Forschungsgelder sollen dabei helfen, das Verfahren zur Geschlechtserkennung schnell in der Praxis zu etablieren.

„Bis Ende des Jahres 2016 wollen wir einen Prototypen für ein Gerät haben, das das Geschlecht im nur drei Tage bebrüteten Ei bestimmt und die Eier entsprechend sortiert." Mit diesen Worten empfing der Minister heute Medienvertreter an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Wenn ein solches Gerät auf dem Markt erhältlich sei, gebe es für Brütereien keine Rechtfertigung mehr, männliche Küken auszubrüten und zu töten, positioniert sich der Bundeslandwirtschaftsminister weiter.

In der Veranstaltung stellte Prof. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns die aktuellen Forschungsergebnisse zu dem Verbundprojekt zur spektroskopischen Geschlechtsbestimmung im Ei vor. „Die schwierigste Etappe, eine geeignete Methode zu finden, haben wir jetzt erreicht", berichtete die Wisenschaftlerin. Die Grundlagenforschung ist also bereits erfolgreich abgeschlossen. Nun soll das Funktionsprinzip gemeinsam mit der TU Dresden, der Lohmann Tierzucht sowie der Evonta Technologie GmbH in ein praxistaugliches Verfahren überführt werden. Dazu hat Koordinatorin Krautwald-Junghanns bereits im Januar einen Vorantrag auf Fördergelder beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung eingereicht. Schmidt betont, dass er es für möglich halte, Anfang Mai den Startschuss für das Projekt geben zu können. Rund 1 Mio. € soll das auf weitere zwei Jahre ausgelegte Projekt erhalten. Geld, das Schmidt bereitwillig investieren will.

Das Funktionsprinzip basiert darauf, dass bei Vögeln die männlichen Geschlechtschromosomen größer sind als die weiblichen. Diesen Unterschied nutzen die Forscher für eine lichtgestützte Analyse. Zunächst brennen sie mit einem Laser ein winziges Loch in die Eierschale, bei der nur das Schalenhäutchen stehen bleibt. Anschließend kommt das optische Verfahren der Nah-Infrarot (NIR)-Raman-Spektroskopie zur Anwendung. Dabei leuchtet ein Lichtstrahl ins Ei, der die kernhaltigen Blutgefäße im drei Tage alten Embryo erfasst. Das gestreute Licht weist abhängig davon, ob weibliche oder männliche Geschlechtschromosomen vorliegen ein charakteristisches Spektrum auf, woraus auf das Geschlecht geschlossen werden kann. (has)
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