Weniger Antibiotika

Schmidt kündigt neue Vorgaben an


Lücken in der Antibiotikadatenbank müssten die Bundesländer schließen. Für den Bund sehe er keinen Handlungsbedarf, betonte Schmidt am Rande des 'Zukunftsdialog Agrar & Ernährung' von agrarzeitung (az) und Die Zeit heute in Berlin. Unabhängig davon kündigte der Bundesagrarminister im Gespräch mit agrarzeitung.de an, dass er weitere Vorgaben für die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung vorbereite.

Bundesagrarminister Christian Schmidt will weniger Antibiotika in der Tierhaltung.
-- , Foto: Felix Holland
Bundesagrarminister Christian Schmidt will weniger Antibiotika in der Tierhaltung.
Durch diese Regeln solle der Einsatz der Medikamente zielgenauer erfolgen, sagte Schmidt. Dies könne dazu führen, dass bestimmte Antibiotika in der Tierhaltung nicht mehr eingesetzt werden könnten.

Der institutionelle Rahmen für eine Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung in Deutschland sei gegeben, so Schmidt weiter. Nun müsse die Umsetzung erfolgen, hier seien die Länder gefordert. Wenn es dabei zu Schwierigkeiten komme, so sei dies absolut verständlich, sagte der Minister. Er wolle niemanden kritisieren. Vielmehr sei er zuversichtlich, dass Nachbesserungen so bald wie erfolgen würden.

In der vergangenen Woche waren teilweise erhebliche Lücken in der staatlichen Antibiotika-Datenbank bekannt geworden. In manchen Bundesländern hätten 40 Prozent der Betriebe ihre Zahlen zur Antibiotikabgabe nicht gemeldet, enthüllte das Recherchenetzwerk aus NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Das für die Veröffentlichung der Daten zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) räumte auf Anfrage der agrarzeitung ein, die Anzahl der meldepflichtigen Betriebe nicht zu kennen.

Das BVL bildet anhand der erfassten Zahlen Kennziffern zur Therapiehäufigkeit auf den Betrieben. Je nachdem, wieviele Antibiotika ein Tierhalter im Vergleich zu diesen Kennzahlen anwendet, greifen Sanktionen. Experten halten es für fraglich, ob die Datenbasis aktuell ausreichend ist, um etwaige Sanktionen zu rechtfertigen. (jst)
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