In einem offenen Brief an seine Kabinettkollegin Hendricks, stellt sich Schmidt hinter den Berufsstand. Mit der vom Bundesumweltministerium initiierten bundesweiten Plakataktion "Neue Bauernregeln" werde die Landwirtschaft undifferenziert an den Pranger gestellt. Schmidt versteht nicht, welchen sachlichen Beitrag die Sprüche zur Düngung und Pflanzenschutz als Beitrag zum Konsultationsverfahren der EU zur Zukunft der EU-Agrarpolitik bringen sollen. Mit politisch motivierten Sprüchen wie "Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt.“ Und: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein", hat Hendricks eine Welle des Protestes in der Branche ausgelöst.

Vielmehr amüsiere sich eine "vermeintliche Meinungselite" aus den Metropolen auf Kosten der Menschen im ländlichen Raum, schreibt Schmidt an Hendricks. Die Kampagne lasse den selbst von Hendricks anerkannten Repekt vor den Leistungen der Landwirtschaft vermissen. Schmidt fordert von Hendricks die steuerfinanzierte Kampagne sofort zu beenden und sich für den entstandenen Schaden bei den Landwirten zu entschuldigen. Weiterhin will Schmidt einen sachlichen Dialog mit Hendricks führen.



Das Bundesumweltministerium wies die Kritik zurück. „Uns geht es nicht darum, einen Berufsstand zu diffamieren“, versicherte ein Sprecher. Man wolle lediglich im Rahmen einer gesellschaftlichen Debatte „auf spielerische und humorvolle Art“ auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen. Nach Informationen von agrarzeitung.de will der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in dieser Woche im Bundeskanzleramt vorsprechen. Auch der DBV verlangt einen sofortigen Stopp der Kampagne. Er bezeichnet die Kampagne als Tierfpunkt der agrarpolitischen Diskussion. (da)
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