Tierwohl

Schmidt prüft staatliches Label


Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zeigt Sympathie für ein staatliches Tierwohllabel. Das Bundeslandwirtschaftsministerium prüfe derzeit die Umsetzung eines „Tierwohllabels mit staatlicher Rahmensetzung", sagte der Minister in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Die Verbraucher seien bereit, mehr für Fleisch zu bezahlen, das von Tieren aus besonderen Haltungsbedingungen stamme. Für die Kaufentscheidung sei aber eine eindeutige Kennzeichnung wichtig. Regionalität, Spezialisierung und Tierwohl bieten seiner Auffassung nach „ein großes Potential für steigende Erzeugerpreise“, so Schmidt.

Kein Blankoscheck für Fortsetzung

Die Zukunft der Initiative Tierwohl ist dagegen ungewiss. „Wir machen uns derzeit intensive Gedanken darüber, wie es weiter geht“, sagt Geschäftsführer Alexander Hinrichs der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die aktuellen Vereinbarungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Handel laufen noch bis zum 31. Dezember 2017. „Einen Blankoscheck für die Fortsetzung, ohne dass der Rahmen abgesteckt ist, stellt niemand aus“, sagte Hinrichs. Es könnte eben auch passieren, dass nach dem 31. Dezember 2017 Schluss ist. Allerdings seien sich die Beteiligten einig seien, dass eine Fortsetzung „der beste Weg“ sei. Klar ist nach Hinrichs Auffassung, dass in der aktuellen Vertragslaufzeit werden nicht alle interessierten Betriebe teilnehmen können. Sollen mehr Bauern teilnehmen, müsste mehr in den Fonds eingezahlt werden.

Hoffnungen nicht enttäuschen

Die Äußerungen bestätigten düstere Vermutungen von Branchenkennern, kommentiert der Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff (Grüne) die Aussagen des Tierwohl-Geschäftsführers. Die Lebensmittelindustrie und der Handel hätten mit der Initiative immense Hoffnungen geweckt und sich zu ihrer Verantwortung gegenüber den Lebensmittelerzeuger bekannt. „Diese Hoffnungen dürfen nicht enttäuscht werden“, fordert der Grünen-Politiker. (SB)
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