Ungewohnte Einigkeit. Agrarminister Schmidt (re.) und BÖLW-Vorsitzender Löwenstein gemeinsam für Reform der Ökoverordnung
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Ungewohnte Einigkeit. Agrarminister Schmidt (re.) und BÖLW-Vorsitzender Löwenstein gemeinsam für Reform der Ökoverordnung

Schmidt hat sich heute hinter die Forderungen der deutschen Ökolandbauverbände gestellt. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, den Vorschlag der EU-Kommission für Reform der Ökoverordnung grundsätzlich in Frage zu stellen", sagte Schmidt vor der Presse in Berlin.

Bereits am Montag will er dazu Gespräche in Brüssel führen. Schmidt kündigte an, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) eigene Vorschläge, wie die Ökoverordnung reformiert werden könnte, einbringen wolle. „Das Ökokontrollregime von 2009 soll so beibehalten bleiben", sagte Schmidt.

In der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft regt sich bereits seit längerem Unmut über die von der EU-Kommission geplanten Reformansätze für die Ökoverordnung. Insbesondere die Verschärfung der Ökokontrollen sowie die Herabsetzung der Grenzwerte auf das Niveau von Säuglingsnahrung sieht die Branche als realitätsfremd an.

„Der Entwurf ist ungeeignet, die deutsche Bio-Lebensmittelproduktion zu stärken und konterkariert Verbraucherinteressen", urteilte der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, nach einem Treffen mit Schmidt im BMEL.

Gemeinsam mit Schmidt wolle die Ökobranche einen „Zukunftsplan Öko" entwickeln, kündigte Löwenstein weiter an. Großen Raum bei dem Gespräch im BMEL hätten auch die Probleme der Biolandwirte auf dem rasant steigenden Pachtmarkt eingenommen.

Das Treffen mit den Ökoverbänden bildete den Auftakt zu einer Reihe von Gesprächen, die Schmidt mit Interessensvertretern aus der Agrar- und Ernährungsbranche über den Sommer hinweg führen will. Sein Ziel ist es, dabei politische Handlungsspielräume auszuloten. (sta)
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