Kükentöten

Schmidt sieht noch keine Alternative


Wer keine Alternativlösung anbieten könne, argumentiere unehrlich, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Bei einem Verbot würden die Brütereien in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern", argumentierte er. Dort würden Küken aber ebenfalls geschreddert.

Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass die Entwicklung eines wissenschaftlichen Verfahrens das Töten noch dieses Jahr überflüssig macht. Ziel ist es, das Geschlecht vor dem Ausbrüten zu erkennen, so dass männliche Küken erst gar nicht schlüpfen. In einem Laborversuch des Forschungsverbunds Leipzig/Dresden funktioniere dieses Verfahren bereits, sagte der Minister. „Ich erwarte, dass wir noch in diesem Jahr die Anwendungsreife für das Verfahren im Massenbetrieb erreichen." Sobald die Technik zur Verfügung stehe, greife das Tierschutzgesetz, wonach kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden darf. „Das Schreddern ist dann vorbei", sagte Schmidt.

Aus den Reihen der Grünen wurde Schmidts Erklärung umgehend scharf kritisiert. Schmidt kusche vor der Geflügelindustrie, empörte sich der Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. „Der Deckmantel, den Schmidt über das Kükenschreddern legt, ist eine politische Bankrotterklärung. Mit der Legitimation des unnötigen Tötens von 48 Millionen Tieren unterstreicht Schmidt sein politisches Totalversagen", so Ostendorf weiter. (SB)
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