Milchgipfel

Schmidt sieht positive Signale

Der erste von ihm einberufene Milchgipfel Ende Mai 2016 fand statt auf dem Höhepunkt der Milchpreiskrise, sagte Schmidt im Anschluss an die heutige zweite Konferenz. Zu jener Zeit lagen die Erzeugerpreise teilweise knapp unter 20 ct/kg Milch. Die daraufhin eingeleiteten Maßnahmen hätten mit einem Umfang in Höhe von fast 600 Mio. € dazu beigetragen, den leidenden Betrieben zusätzlich Liquidität bereitzustellen. Auch seien weitere Schritte wie die Überprüfung der Lieferbeziehungen zwischen Erzeugern und Molkereien eingeleitet worden.

Genau zwölf Monate später könne ein erstes positives Fazit gezogen werden. Der durchschnittliche Milcherzeugerpreis liege heute bei rund 32 Cent pro kg. Verantwortlich dafür sei insbesondere ein rückläufiges Angebot. So habe die erzeugte Milchmenge in der EU über das gesamte Jahr unterhalb der im Vorjahr angelieferten Menge gelegen.

Als weiteres positives Signal betrachte er die von genossenschaftliche Molkereien gegründete Interessengemeinschaft Milch. Sie können als Vorläufer einer von ihm immer wieder geforderten Branchenorganisation Milch betrachtet werden. Deren Ziel sei eine Stärkung der Erzeuger gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel.

Die Lieferbeziehungen werden von staatlicher Seite nicht angetastet, betonte Schmidt. Dies sei Aufgabe der Wirtschaftsbeteiligten. Jedoch sehe er die Genossenschaften aufgefordert, neu kreative Instrumente zur Abfederung von Preisrisiken für die Erzeuger zu entwickeln. Gleichzeitig sollten die Molkereien ihre Position im Markt durch Produkte mit höherer Wertschöpfung stabilisieren. Er sei der festen Überzeugung, dass eine weitere Ausdehnung der Milcherzeugung am Standort Deutschland nicht verfolgt werden sollte. (jst)
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