Grüne Woche

Schmidt umwirbt den Iran


Deutschland und der Iran wollen auf dem Gebiet der Landwirtschaft enger kooperieren. Bei einem Treffen auf der Grünen Woche in Berlin unterzeichneten die Landwirtschaftsminister Deutschlands, Cristian Schmidt, und des Irans, Mahmoud Hojjati, eine entsprechende Absichtserklärung. Ziel sei unter anderem in den Bereichen Handel, Agrarforschung, Ausbildung und nachhaltige landwirtschaftliche Produktion zusammenzuarbeiten, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit.

„Mit dem Ende der Sanktionen gegen den Iran wird ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufgeschlagen – auch im Agrar- und Ernährungssektor“, erklärte Schmidt. Bereits im April werde das BMEL an einer Landtechnikmesse in Shiraz teilnehmen. Schmidt kündigte an, noch im ersten Halbjahr 2016 in den Iran reisen zu wollen. Neben der Beteiligung an Messen wurden auch die Bildung von Arbeitsgruppen, der Ausbau einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit und die Förderung direkter Kontakte von Unternehmen aus der Land und Fortwirtschaft vereinbart.

Die meisten Sanktionen gegen den Iran wurden am Wochenende wie erwartet auch offiziell aufgehoben. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bescheinigte am Samstag dem Iran, alle Verpflichtungen des Atom-Abkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Die USA und die Europäische Union hoben daraufhin ihre Sanktionen auf. Der Iran kann nach Jahren der wirtschaftlichen Isolation nun unter anderem wieder Öl und Gas am Weltmarkt verkaufen. (SB)
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