Milchkrise

Schmidt verlangt Mengendisziplin


Ein Schnappschuss für das Familienalbum: Minister Schmidt im Kreise einer Milchbauernfamilie.
-- , Foto: da
Ein Schnappschuss für das Familienalbum: Minister Schmidt im Kreise einer Milchbauernfamilie.

Der Zeitplan für die nationale Umsetzung des zweiten EU-Milchpaketes in Deutschland steht fest. Bis Ende Oktober erfahren Landwirte, unter welche Bedingungen sie an dem Herauskaufprogramm für Milch teilnehmen können. Deutschland erhält dafür 58 Mio. € aus Brüssel, die Bundesregierung steuert 59 Mio. € bei. Bisher ist bekannt, dass jeder Milchbauer, der seine Milchmenge reduziert, 14 Cent/Liter bekommt. Schmidt appellierte heute bei einem Besuch eines Milcherzeugung-Umstellungsbetriebes in seinem Wahlkreis Fürth, an die freiwillige Mengendisziplin.

Kritik an langen Kündigungssfristen

Der CSU-Politiker wartet gespannt auf die Bewertung des Bundeskartellamtes, das derzeit die Verhältnisse auf dem deutschen Milchmarkt überprüft. Besonders bei den Lieferbeziehungen zwischen Landwirten und Molkereien sieht Schmidt einige Stellschrauben, an denen gedreht werden müsse. Im Gespräch mit Landwirten der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) nimmt er die Kritik an den langen Kündigungsfristen sowie die Mitteilung über den Milchpreis am Ende eines jeden Monats sehr ernst und verspricht diese Forderungen, in Gesprächen mit der Branche einzubringen.

Freiwillig weniger produzieren

„Im Augenblick trägt nur der Bauer das Preisrisiko, die Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sind davon nicht betroffen“, sagte der fränkische CSU-Politiker gegenüber den AbL-Vertretern aus der Region. Schmidt sieht nur dann eine Besserung auf dem Milchmarkt, wenn Landwirte freiwillig weniger produzieren und auf Qualität setzen, um einen besseren Preis zu erzielen. Er wolle alle gesetzgeberischen Möglichkeiten im Ramen des Genossenschaftsrechtes nutzen, um " künftig die Risiken gleichmäßig auf alle Marktpartner zu verteilen." Weitere Anregungen der Abl wie Regionalität, TTIP, Bodenmarkt und die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP 2000) versprach Schmidt heute in Oberasbach, in sein Grünbauch aufzunehmen. (da)
stats