Tierschutz

Schmidt will Kükentötung verbieten


Die gängige Praxis, männliche Küken, die nicht zur Eierproduktion taugen, zu töten, will der Bundesagrarminister per Gesetz verbieten. Quasi als ein Geschenk zu Ostern soll ein realistischer Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung noch vor dem Fest vorliegen, kündigte der Minister Agenturberichten zufolge in der „Bild“-Zeitung an.

Nach Angaben des Bundesagrarministeriums (BMEL) sind in den Jahren 2004 bis 2013  jeweils 40 bis 46,5 Millionen Küken in Brütereien geschlüpft. Davon wurden 21 Millionen männliche Küken sofort getötet.  

Der Tierschutzbund freut sich, dass Schmidt seiner Aufforderung nachkommt und eine Lösung für diesen massiven Verstoß gegen den Tierschutz in Aussicht stellt. Einen schrittweisen Ausstieg darf es nach den Vorstellungen von Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder aber nicht geben, sondern nur ein sofortiges Verbot. Mittlerweile könnte durch Durchleuchten der Eier eine Geschlechtsbetimmung erfolgen.

Anfang Februar hatte die Regierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) eine Niederlage erlitten und musste den landesweiten Erlass gegen die Tötung männlicher Küken zurückziehen. Dem Verbot stünden im Grundgesetz geschützte Interessen der Züchter entgegen, darüber könne nicht die Verwaltung eines Bundeslandes entscheiden.

Schlachtverbot für trächtige Rinder

Ein weiteres Tieschutz-Thema bringt Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) auf den Plan. Er fordert ein europaweites Schlachtverbot für trächtige Rinder, sagte er gegenüber dpa. (da)
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