Tierwohl

Schmidts Label fehlen die Inhalte

"Ein Mehr an Tierwohl kann und muss auch mehr kosten", sagte Schmidt bei der Vorstellung des neuen staatlichen Labels für mehr Tierwohl. Am heutigen Tag sei der Startschuss für das Label gefallen. Nun gelte es, das Label mit Inhalten zu füllen. 

Mit einem Ruck enthüllte Schmidt das neue Label.
-- , Foto: jst
Mit einem Ruck enthüllte Schmidt das neue Label.
Details wie beispielsweise konkrete Kriterien müssten nunmehr erarbeitet werden, so Schmidt. Bis etwa Ostern 2017 solle die Grundstruktur des Labels bekannt sein und veröffentlicht werden. Für die Einführung des Labels sei das Jahr 2018 vorgesehen. Zunächst solle es zweistufig gestaltet und nur im Bereich der Schweine eingeführt werden. Beide Stufen sollten oberhalb gesetzlicher Standards angesiedelt werden. Bei erfolgreicher Entwicklung im Markt könne auch noch eine dritte Stufe in Betracht gezogen werden, so Schmidt. Für die Bekanntmachung des Labels in der Verbraucherschaft habe er zunächst einen Betrag von 70 Mio. € geplant.

Nach vorliegenden Studien könne von einem Marktanteil von zunächst 20 Prozent ausgegangen werden. Daher solle mit der Einführung des Labels auch an der Entwicklung einer nationalen Nutztierstrategie gearbeitet werden, kündigte Schmidt an. Denn Ziel bleibe, die Verbesserung des Tierwohls auf eine sehr breite Basis zu stellen. "Die Gesellschaft stellt heute mehr und größere Anforderungen an die Landwirtschaft", sagte Schmidt. Umgekehrt könne jedoch auch die Landwirtschaft höhere Anforderungen an die Gesellschaft stellen. Er sehe mit dem Tierwohllabel die Grundlage für einen "Pakt" zwischen beiden Seiten. Zwar könne von Seiten des Staates gezielt Fördermittel bereitgestellt werden, doch sei ebenfalls klar, dass auch die Verbraucher für das Mehr an Tierwohl in die Pflicht genommen werden müssten. (jst)
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