Bei der umstrittenen Fahndung nach verbotenen westlichen Lebensmitteln in Russland hat die Polizei eine mutmaßliche Schmugglerbande festgenommen. Die Gruppe soll Milchprodukte ins Land geschleust haben, die von einem russischen Embargo gegen Essen aus der EU und den USA betroffen sind, berichtet LZ net unter Berufung auf das russische Innenministerium.

Die Waren wurden demnach in einem Lager mit Etiketten international bekannter Hersteller versehen und dann an Supermärkte etwa in Moskau und St. Petersburg verkauft. Rund 500 t Essen seien sichergestellt worden. Der Handel mit verbotenen Lebensmitteln habe der Gruppe seit März umgerechnet knapp 28 Mio. € eingebracht.

Seit Anfang August vernichtet Russland unter Protest aus dem In- und Ausland Nahrung, die trotz des Embargos in der Regel ohne Zertifikate ins Land gebracht wird. Kritiker fordern, die Nahrung an Bedürftige zu verteilen. Einer Umfrage des Moskauer Lewada-Zentrums zufolge halten lediglich 15 Prozent der befragten Russen die Vernichtung für den besten Umgang mit beschlagnahmten Lebensmitteln, so die LZ net weiter. (az)
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