Legehennen

Schnabelkürzen ab 2017 verboten

Das Schnabelkürzen bei Legehennen ist in Niedersachsen ab dem 1. Januar 2017 verboten. Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hatte bereits 2013 die erteilten Ausnahmegenehmigungen für das Kürzen der Schnäbel bis 2016 befristet. „Das Ende des Amputierens eines Teils des Schnabels ist ein wichtiger Meilenstein für den Tierschutz in der Nutztierhaltung, den viele nicht für möglich gehalten hatten“, sagte der Minister. In Niedersachsen werden derzeit rund 18 Millionen Legehennen gehalten.

Gutes Management verhindert Federpicken

Bislang wurden in der konventionellen Legehennenhaltung bei fast allen Küken routinemäßig die Schnabelspitzen gekürzt, um so gegenseitiges Federpicken zu verhindern. Der Minister zeigte sich zufrieden mit der erfolgreichen Umsetzung des Ausstiegs aus dem Schnabelkürzen in Niedersachsen. Seit 2013 wurden die Eierproduzenten geschult und begleitet. Die niedersächsischen Landwirte zeigten inzwischen, dass durch eine Anpassung der Haltungsbedingungen, insbesondere mit viel Beschäftigungsmaterial im Stall, sowie durch eine gute Betreuung es auch bei ganzen Schnäbeln nicht zu massenhaftem Federpicken oder Kannibalismus kommt, so Meyer.
Mehr Betriebe mit Legehennen
Die Zahl der Betriebe mit Legehennen ist in Niedersachsen seit Ende 2012 gestiegen. Die Zahl der Betriebe mit Öko-Haltung stieg um 30 Prozent auf 273, die der konventionellen Freilandhalter um 32 Prozent auf 371. Für 2017 sei geplant, dass mobile Hühnerställe durch Änderung der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) genehmigungsfrei werden, kündigt Meyer an.

Tierwohl sollte honoriert werden

Bereits seit Sommer 2016 hatten mehr als 90 Prozent der Legehennenhalter in Niedersachsen nur noch Hühner mit ungekürzten Schnäbeln in ihren Betrieben eingestallt, wie eine Umfrage des Ministeriums bei den Brütereien ergab. „Diese Tierwohlleistung unserer Landwirte sollte durch die Verbraucher auch an der Ladentheke honoriert werden“, sagte der Minister. Wer Eier aus Niedersachsen kauft, könne in Zukunft von unversehrten Schnäbeln ausgehen.

Kennzeichnungspflicht ausweiten

Während die Verbraucherinnen und Verbrauchern seit Einführung der Eierstempel vermehrt zu Freiland- und Bio-Ware griffen, fehle leider noch immer eine Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eier – etwa bei Nudeln oder Backwaren, bedauert Meyer. Er teile die Forderung der Geflügelwirtschaft nach einer Ausweitung der Kennzeichnungsregeln in Deutschland. (SB)
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