Mecklenburg-Vorpommern

Schnelles Handeln für weniger Milch

Die EU-Kommission berät derzeit die erforderlichen Rechtsvorschriften für das 2. Hilfspaket, mit dem auch das Antragsverfahren für eine Beihilfe geregelt wird, die an eine freiwillige Mengenreduzierung des Angebots an Milch auf dem Markt gebunden ist. Mit dem Inkrafttreten dieser Rechtsvorschriften wird spätestens zum 11. September 2016 gerechnet.

Zuständig für dieses Antragsverfahren sind in Deutschland die Länder. Nach derzeitigem Stand sollen Landwirte für jeden nicht erzeugten Liter Milch 14 Cent erhalten. „Auf diese Weise soll die Milchproduktion in der EU um eine Million Tonnen Milch reduziert werden“, informiert Agrarminister Till Backhaus. Alle Bundesländer fordern ihre Milcherzeuger auf, sich an dem Reduktionsprogramm zu beteiligen.

Mehr für weniger
Die EU hat mit Beschluss des Agrarrates von Mitte Juli ein zweites Hilfspaket über 500 Mio. € insbesondere für die krisengebeutelten Milchbauern aufgelegt. Mit 150 Mio. € aus diesem Gesamtpaket soll ein EU-weites Milchreduktionsprogramm umgesetzt werden. In Mecklenburg-Vorpommern wird dies von den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt (StÄLU) koordiniert.
Die Teilnahme ist freiwillig. Allerdings verpflichten sich die Teilnehmer, die Milcherzeugung für einen Zeitraum von drei Monaten zu senken. Als Vergleichsgröße werden die drei gleichen Monate des Vorjahres herangezogen.

Schnelles Handeln ist gefragt

So endet die erste Antragsfrist für den Reduzierungszeitraum Oktober bis Dezember 2016 bereits  am 21. September. Bis dahin müssen sowohl der Online-Antrag gestellt als auch die erforderlichen Unterlagen dem zuständigen Amt vorliegen. Bis zu drei weitere Antragsrunden sollen im Monatsrhythmus folgen.

Notwendige Unterlagen
Zum Antrag auf Teilnahme am Programm müssen Kopien der Milchgeldabrechnung von Juli 2016 und den Monaten Oktober bis Dezember 2015 hinzugefügt werden. Alternativ kann auch eine gesondert ausgestellte Bestätigung der Erstankäufer mit Angaben zu den Milchliefermengen in den genannten Monaten vorgelegt werden.
Nach Ablauf der drei Monate, stellen Milchbauern den Auszahlungsantrag. Die Beihilfe wird für höchstens 50 Prozent der Milchanlieferung im Referenzzeitraum gewährt. Tatsächlich ist eine höhere Reduktion möglich, bis hin zur Einstellung der Milcherzeugung. Allerdings muss der Antragsteller bis mindestens Juli 2016 Milch an einen oder mehrere Erstkäufer geliefert haben, so die Bedingung.  (mrs)

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