Ausstieg

Schottland verbannt Gentechnik


Ausstieg in nationaler Regie
Seit diesem Jahr haben EU-Mitgliedstaaten weitgehende Freiheiten, den Anbau von GVO auf ihrem Gebiet zu verbieten. Sie müssen dafür keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über mögliche Risiken mehr vorlegen. Soziale Kriterien, wie etwa mehrheitliche Vorbehalte in der Gesellschaft, reichen aus. Von dem Verbot Gebrauch macht Österreich. In Deutschland ist nach wie vor nicht entscheiden, ob die Bundesländer oder die Bundesregierung zuständig sind. Unabhängig vom Opt-out für den Anbau läuft aktuell in der EU eine Diskussion, auch GVO-Importe national verbieten zu dürfen. (db)
Der für den ländlichen Raum zuständige schottische Staatssekretär Richard Lochhead hat bekannt gegeben, dass Schottland von der Möglichkeit Gebrauch machen wird, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) im Hoheitsgebiet zu verbieten. Der Schritt soll viele Landwirte und Wissenschaftler des Landes verärgert haben, unter anderem auch Schottlands National Farmers Union (NFUS), berichtet Agra Europe London. Diese hätten sich Fortschritte erwünscht, wenn es doch zur Zulassung von GV-Kartoffeln gekommen wäre, die gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent sind. Außerdem leide Schottlands Ruf als „eines der führenden Wissenschaftsländer“.

Allerdings sind in Schottland auch noch nie GVO angebaut worden, denn Mais – wo es mit MON810 zurzeit die einzige zugelassene Sorte gibt – spielt im Norden Großbritanniens keine größere Rolle. Lochhead begründete das Verbot mit dem Image, das schottisches Essen und Trinken seiner Ansicht nach im In- und Ausland genießt. Dazu gehöre die „natürliche Qualität“. (db)
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