Eintagsküken

Schreddern hat bald ein Ende

Nach der automatischen Geschlechtserkennung schlüfpen nur noch die für die Legehennenaufzucht benötigten weiblichen Küken.
-- , Foto: Steffen Bach
Nach der automatischen Geschlechtserkennung schlüfpen nur noch die für die Legehennenaufzucht benötigten weiblichen Küken.

Das Töten männlicher Eintagsküken soll möglichst bald beendet werden. "Mein Ziel ist, dass das Kükenschreddern bereits 2017 aufhört", sagte die Forscherin Prof. Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns von der Universität Leipzig heute in Berlin. Stellvertretend für ihr Forschungsteam erhielt sie von Bundesagarminister Christian Schmidt einen Zuwendungsbescheid für einen Betrag von mehr als einer Mio. € für ihre Arbeiten zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im bebrüteten Hühnerei. 

Praxisreife Geräte entwickeln

Sie hoffe, dass es sich um den letzten Bescheid handele, verdeutlichte Krautwald-Junghanns den bisher bereits erzielten Fortschritt bei der "In Ovo- Geschlechtsbestimmung" mittels der Nah-Infrarot-Raman-Spektroskopie (NIR). Diese habe sich bisher als die vielversprechendste Methode herauskristallisiert. Mit der Methode sei es möglich, am bebrüteten Hühnerei innerhalb der ersten drei Tage und damit vor der Entwicklung des Schmerzempfindens anhand der Ausprägung der Blutgefäße das Geschlecht des Embryos zu bestimmen. Als männlich identifizierte Embryos könnten dann unmittelbar aus dem weiteren Erbrütungsvorgang ausgeschlossen werden, beschrieb sie das Verfahren. Die Methode sei sehr zuverlässig und erlaube in der späteren Praxis die Identifizierung von 2000 bis 3000 Eiern pro Stunde. Nun gelte es die in Leipzig entwickelte Technik zu praxisreifen Geräten weiter zu entwickeln. Sie sei mittlerweile sicher, dass die Technik sehr bald in die Geflügelaufzucht einziehen werde, erklärte sie auf Nachfrage von agrarzeitung.de.

Technik weltweit anwenden

Bundesagrarminister Christian Schmidt erklärte, dass weltweit nur an drei Standorten zum diesem Thema intensiv geforscht werde. Die Technik aus Leipzig verspreche dabei die besten Möglichkeiten, zeigte er sich überzeugt. Dies biete zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit, dass in Deutschland entwickelte Geräte auf der ganzen Welt Verwednung finden könnten. "Ich will, dass wir in Europa Vorreiter für mehr Tierschutz in der Eierproduktion werden", so Schmidt. (jst)
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