Hauptalmbegehung

Schützenswerte Bergbauern


Bayern stellt in den kommenden beiden Jahren deutlich mehr Geld für die Förderung der Berglandwirtschaft bereit. Die Staatsregierung habe im Doppelhaushalt 2017/18 allein im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) knapp 69 Mio. € zusätzliche Mittel eingeplant. Dies teilte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner bei der Hauptalmbegehung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern mit.


Bayern hat mehrere Förderinstrumente für die Almbauern im Programm. Die Palette reicht von der Ausgleichszulage des Kulturlandschaftsprogramms über spezielle Ausbildungsangebote bis hin zu einem eigenen Bergbauernprogramm.
Davon profitierten laut Brunner vor allem die Bauern in den Berggebieten. Für die extensive Bewirtschaftung und Beweidung der Almen und das Heumilch-Programm steht jetzt mehr Geld zur Verfügung. Damit will das Bundesland den hohen Aufwand und die Leistungen für die Gesellschaft honorieren. Zu diesen Leistungen zählt Brunner den Schutz der Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen sowie das Schaffen einer Basis für den Tourismus im Alpenraum. 


Die Arbeit der Bauernfamilien und insbesondere die Weidewirtschaft in den Bergen sei aber nicht allein von den politischen Rahmenbedingungen abhängig, erklärte der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl, der ebenfalls die Hauptalmbegehung für ein Statement nutzte. Er forderte angemessene Preise und darüber hinaus einen klaren Umgang mit Wildtieren. Die Rückkehr von Bär und Wolf stelle die Bergbauern vor enorme Herausforderungen, so Heidl. „Während Umweltministerin Ulrike Scharf vor einigen Tagen einen Namenswettbewerb für Bärenkinder gestartet hat und damit fleißig mithilft, gefährliche Wildtiere zu verniedlichen, warten die Bergbauern noch immer auf ein tragfähiges Wildtiermanagement“, kritisiert er. 


Derzeit verbingen etwa 50.000 Rinder auf rund 1.400 Almen und Alpen dort den Sommer. (kbo)
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