Biogasanlagen können Strom produzieren, wenn der Wind nicht weht.
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Biogasanlagen können Strom produzieren, wenn der Wind nicht weht.

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung einem Antrag der Länder Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen zur Stärkung der Biomasse im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zugestimmt. Eine Novelle des EEG steht 2016 an. Nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums sind sichere Vergütungssätze für Strom aus Biomasse nicht mehr vorgesehen. Viele Altanlagen müssen dann vom Netz gehen. Allein in Thüringen wären 350 Biogasanlagen betroffen. Im gegenwärtigen EEG ist ein Zubau von Neuanlagen mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt (MW) pro Jahr in Deutschland vorgesehen. Damit könnten die Energieziele nicht erreicht werden.

EEG muss Vorzügen der Biogasproduktion gerecht werden

Der Fachverband Biogas begrüßt das Votum der Länder. „Die Entschließung des Bundesrats ist ein wichtiges Signal an die Bundesregierung und an den Bundestag, Biogas eine Chance als wichtigem Player in der Energiewende zu geben“, erklärt Hauptgeschäftsführer  Claudius da Costa Gomez. Nach der letzten großen Änderung des EEG im Jahr 2014 sei die Biogasleistung in Deutschland kaum noch gewachsen. Im EEG war ein jährlicher Zubau von 100 MW festgelegt worden. Wegen starker Verschlechterungen bei der Biogasförderung kommt es 2015 aber nur zu einem Zubau von 19 MW Biogas arbeitsrelevanter Leistung, schätzt der Fachverband. „Mit den Rahmenbedingungen des aktuellen EEG droht beim Biogas ein Fadenriss, wenn die Förderung für heute produzierende Anlagen in einigen Jahren ausläuft. Daher brauchen wir 2016 mit dem neuen EEG ein Gesetz, das den Vorzügen der Biogasproduktion gerecht wird. Wir haben dafür konkrete Vorschläge gemacht, die wir in den nächsten Wochen und Monaten weiter in die Diskussion einbringen werden“, erklärte da Costa Gomez. (da/SB)
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