Durch die Unwetter am vergangenen Wochenende kam es vereinzelt zu Schäden. Vor allem die Region Hohenlohe in Baden-Württemberg sei betroffen, meldet das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. Insgesamt seien die Schäden in der Landwirtschaft nach derzeitigem Stand zwar geringer als befürchtet. Nichtsdestotrotz müsse die Landwirtschaft fit für den Klimawandel gemacht werden, so Landwirtschaftsminister Peter Hauk.

„Baden-Württemberg hat die Bedeutung des Klimawandels für die Landwirtschaft bereits erkannt“, erklärte Hauk. Unter der Federführung des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ) wurde daher eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel für die Landwirtschaft entwickelt. Als Folge des Klimawandels würden vermehrt Starkniederschläge auftreten. Das Ziel, die Bodenerosion möglichst gering zu halten, werde daher in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Insofern sei es vorteilhaft, dass Baden-Württemberg die reduzierte Bodenbearbeitung gefördert habe. Im Agrarumwelt- und Klimaschutzprogramm FAKT seien außerdem Angebote zur Begrünung weiterentwickelt und zusätzliche Maßnahmen zum Erosionsschutz aufgenommen worden, erklärte der Minister.

Darüber hinaus werde sich die Landwirtschaft auf längere Trockenperioden einstellen müssen. Vor allem ein Anbau gärtnerischer Kulturen im Freiland werde ohne Bewässerung kaum denkbar sein. Als geeignete Methode sieht das Ministerium die Tröpfchenbewässerung. Gegenüber Kreisregnern lasse sich rund ein Drittel des Wasserverbrauchs einsparen. Auch Rinderhalter werde die Trockenheit vor Herausforderungen stellen. Bei Weideflächen könne die Nachsaat von besser angepassten Gräsern eine Rolle spielen. Anpassungsbedarf bestehe allerdings auch im Pflanzenschutz durch neue Schädlinge, die der Klimawandel mit sich bringe.

Eine weitere Folge des Klimawandels sei ein verfrühter Beginn der Vegetationsperiode und damit einhergehend eine erhöhte Gefahr von Spätfrösten. Zur Minderung der Kältewirkung könne mit Vlies abgedeckt werden, wie es beispielsweise bei Erdbeeren durchgeführt wird, empfiehlt das Ministerium. (az)


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