Greenpeace-Aktion

Schwarz fordert Fakten statt Panikmache

Mit einem drei mal drei Meter großen Kotelett tourt Greenpeace sechs Wochen lang durch 32 deutsche Städte. Die Umweltschützer werden damit von Kiel bis Regensburg und von Köln bis Leipzig vor Filialen des Discounters Lidl protestieren. Die Tour startete am Freitagmittag in Hamburg. „Der sorglose Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen“, erklärt Greenpeace-Mitarbeiterin Christiane Huxdorff und erntet damit entschiedenen Widerspruch aus dem Bauernverband.

Faktenbasierte Auseinandersetzung führen

„Der Einsatz von Antibiotika und die Gefahr der Resistenzbildung von Keimen gegen Antibiotika ist ein ernstzunehmendes Thema“, so Werner Schwarz. Der schleswig-holsteinische Bauernverbandspräsident fordert eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit dem Thema und kritisiert, dass „Greenpeace sich schon bisher nicht in sachgerechter Weise mit diesem komplexen Thema auseinandergesetzt hat“.

Verwending von Antibiotika erheblich reduziert

Schwarz verweist darauf, dass die Nutztierhalter die Verwendung von Antibiotika erheblich reduziert haben. Sie werden in der Nutztierhaltung nicht prophylaktisch eingesetzt, sondern nur in Krankheitsfällen aufgrund tierärztlicher Diagnose und Verordnung. Dass kranke Tiere behandelt werden müssen, gebiete der Tierschutz. „Die deutschen Bauern haben eine Initiative zur Minimierung von Antibiotika gestartet und im Rahmen der dazu erlassenen strengen gesetzlichen Vorschriften den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung seit dem Jahr 2014 um mehr als die Hälfte reduziert“, stellt der Bauernpräsident fest. Dies verdiene Anerkennung und nicht „Kritik und vordergründige Panikmache“.

Kein nennenswerten Rückstände im Fleisch

Es gebe keinerlei nennenswerte Rückstände von Antibiotika in Lebensmitteln. Mehr als 99,8 Prozent der gesetzlich vorgeschriebenen Fleischproben seien rückstandsfrei. Der Einsatz von so genannten Reserveantibiotika bilde in der Nutztierhaltung die seltene Ausnahme. Sie stellen lediglich rund 1 Prozent der in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotikamenge dar und werden nur nach tierärztlicher Erregerbestimmung und Verordnung eingesetzt, betont Schwarz. (SB)
stats